„Wonderful Tonight“: Premiere von Music & Arts bei der Künstlerbühne

Wenn Künstler ihre Lieblingsstücke sprechen lassen, dann kann es nur etwas Besonderes werden. Und das wurde es beim Auftakt der Veranstaltungsreihe „Music & Arts“ in der Künstlerbühne. Bei ausverkauftem Haus war das Publikum zurecht gespannt, welche Lieblinge kunstvoll, in schönem Ambiente und von Herz zu Herz dargereicht werden sollten. Da hatte nicht nur jedes Stück seine Bedeutung – sondern auch jede Form der Darbietung ihre eigene Stimmung. Das angekündigte Programm hielt, was es versprach. Von andächtigem Schweigen und Stauen bis hin zu Singen und Tanzen war alles dabei, während Gastgeberin Sandy Campos mit ihrem Team ihre Gäste liebevoll umsorgte.


Lieblingsworte - „Sesam öffne Dich“ …


Den Anfang machte der Karlsruher Autor Rainer Sauer und nahm als „Opener“ die Zuhörer mit auf die spannende Reise ins reflektierte innere Ich:

„Sesam öffne dich, rufe ich hinein, mal laut, mal leise.

Nichts tut sich, mein Inneres bleibt verschlossen …“

Das aufgeschlossene und aufmerksam Publikum lauschte ganz still, während der Autormehr bewegt mehr rezitierte las und seine gehaltvollen Häppchen an Kostproben aus seinem kürzlich erschienenen Werk „1001 Gedichte“ darbot.

„Sesam öffne dich, sag ich zum wiederholten Male

Worte allein genügen nicht, lass Taten sprechen, ruft mir ein Echo entgegen …“

Was wäre die Kunst und ein Musik-and-Art-Event, ohne die Tat!? An diesem Abend ward die Veranstaltungsreihe geboren, deren Fortsetzung im April bereits mit weiteren Künstlern und ersten Gästeanmeldungen aufwarten kann- denn das war „nur“ der Anfang.



Rainer Sauer



Lieblingslieder - „Your Song“


Von den etwas ernsteren und nachdenklicheren Tönen gab es als Übergang zum musikalischen Teil ebenfalls poetische Anklänge: Mit „Walking in Memphis“ eröffnete Horst Meinzer, ein wahres Urgestein der Karlsruher Musikszene und langjähriger musikalischer Wegbegleiter von Bluesmama Sandy Campos, das erste Set. Der Sänger der Band Poseidon, das sein 50-jähriges Bühnenjubiläum feiert, genoss es sichtlich und hörbar, seine Lieblingsstücke zu spielen und begeisterte die Zuhörer damit von Beginn an. So dauerte es auch nicht lange, bis Sandy Campos und bald auch das Publikum den Backgrundchor dem einen oder anderen Song des musikalischen Soloauftritt bildeten. Die meisten Stücke interpretierte der „alte Hase“ auf seine ganz eigene Art und Weise und nahm sich die schönen Freiheiten heraus, wie sich das eben nur ein Profi gelungen leisten kann. Es war nicht einfach die gelungene Mischung aus „Oldies, Folkies und Popular Songs“, die es so besonders machten - es war handverlesene Auswahl der legendären Bands und Liedermacher, wie Bob Dylan, die Beatles oder Van Morrison. Dann gab es auch diese Gänsehautmomente, wie bei Elton Johns „Your Song“: „How wonderful life is while you're in the world“. Ihre Stimmgewalt brachte Bluesmama Sandy mit „Freed from Desire“ zur Begeisterung der Zuhörer zum Einsatz und zeigte dabei wieder einmal einer der Facetten ihrer außergewöhnlich Stimmfärbung. Gute-Laune-Hits, wie der Song „Mustang-Sally“, durften ebenfalls nicht fehlen, womit Horst und Sandy als Duo das erste Set schlossen - und der ganze Saal sang mit.


Horst Meinzer

Horst Meinzer & Sandy Campos



Lieblingstalente – „Kurz vor dem Abheben …“


Einen „Pausenfüller“ als absolutes Highlight? Das passt perfekt zur Künstlerbühne! In der Talentschmiede von Sandy Campos sind schon einige Rohdiamanten zum Funkeln gebracht worden – kein geringerer als Max Giesinger nahm hier mehrere Jahre Unterricht. Die „neue deutsche Nachdenklichkeit“ als Musikströmung hätte der bescheiden-sympathische David Barth erfunden haben können. Mit seinen selbst geschriebenen Songs holte er die Menschen direkt ab, begeisterte und berührte - seine Botschaften kommen direkt an. Damit war er in dieser Reihe mehr als ein würdiger Repräsentant der „Viva Voices“, den jungen Talenten der Künstlerbühne. Auch wenn er sehr unterhaltsam den Büro-Kaffeeautomaten verrücktspielen ließ, heißt es bei ihm weniger „abwarten und Kaffee trinken“. In Sandy’s Lieblingssong „Abflughalle“, in dem auch frei aus Hugo von Hoffmannsthals Werk zitiert wird, erzählt von Situationen, die wir alle kennen. David Barth ist auf einem sehr schönen Weg und wird hoffentlich ein Senkrechtstarter.

„Ja ich hab‘ aufs Leben gewartet,

wie in einer Abflughalle,

dass da was durchstartet …“

David Barth



Lieblingskünstler –„alles wundervoll vereint auf einer Bühne“


Eher geheimnisvoll gab sich Künstlerin Manuela Schilling und lies ausschließlich ihre ausdrucksstarken Bilder mit Titeln, wie Küss mich Unterwasser, Kleine Monster, Mörderfische für sich sprechen - die muss man gesehen haben. Die außergewöhnlichen Werke sind nach wie vor in der Künstlerbühne zu sehen und auch dort zu erwerben. Rainer Sauer gab in der zweiten Hälfte mit neuen Gedichten erneute tiefe Einblicke in sein bewegtes und tiefgründiges Seelenleben und machte deutlich, dass das Ich im Innen und Außen der Schlüssel zu allem ist - ein Thema das sich auch in seinen anderen Werken findet. Kunst - egal in welcher Form - erfordert alles: Können, Kreativität und Mut. Es sind der Spaß daran, die Leidenschaft, die Offenheit und die Botschaften, die alles und alle verbinden. Es braucht dafür das Hinsehen und Zuhören. Am Anfang und am „Ende“ steht hiervon jemand, der all dies, diese Vielfältigkeit und ein gelungenes Eins aus all diesen „Lieblingsstücken“ macht und dafür mehr als nur eine Bühne liefert - Danke Sandy Campos! Den Abend ließ Horst Meinzer im zweiten Set musikalisch beschwingt ausklingen, denn schließlich gab es ein gelungenes Event zu feiern: Zum Abschluss und Abschied sangen Sandy und Horst im Duett Eric Claptons „Wonderful Tonight“ … und so war es ….

Manuela Schilling, Rainer Sauer, Philipp Harbrecht



Horst Meinzer & Sandy Campos





Bilder: Frank Röckl, Manuela Schilling

Bericht: Dr. Silvija Franjic


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